Die Hitze und ihre Folgen
Klimakrise Der Katastrophensommer 2026 mag ein Gutes haben, denn die Diskussion über die Realität des Klimawandels darf für beendet erklärt werden. Wer heute noch von „Früher war es auch heiß“ redet, leugnet bewusst die Realität. Zum Beleg ein simples Experiment: Vielleicht gibt es in Ihrer Erinnerung oder in Ihrer Familiengeschichte Erzählungen von besonders heißen Tagen. Bei mir gilt der Tag meiner Geburt als ein solcher. Es war so heiß, dass mein angereister Onkel vor Hitze auf dem Balkon übernachtete. Klimadaten sind im Internet leicht verfügbar. Schauen Sie doch auch einmal nach, was einst „heiß“ hieß. Am Tag meiner Geburt im Jahr 1975 herrschten im westdeutschen Koblenz 27,6 Grad Celsius. Ein Wert, den die Menschen damals als ungewöhnlich empfinden mussten, denn in den vorangegangenen Monaten Juni und Juli lagen die Temperaturen immer wieder unter 20 Grad Celsius. Im Sommer 2026 hingegen gab es im Juni bereits 40 Grad Celsius in Koblenz und zehn Tage hintereinander Temperaturen von über 30 Grad Celsius. Das ist eine andere Dimension von Hitze. 27 Grad gelten heute als „Abkühlung“.
Die Tage und Nächte werden deshalb auch für Gesunde schwer erträglich. Die gesundheitlichen Folgen der Hitze sind längst deutlich ablesbar. In Deutschland wurden allein in der heißen Juniwoche vom 22. bis zum 28. Juni 4.500 Hitzetote festgestellt. Teilweise mussten die Verstorbenen in ihren Wohnungen bleiben, weil es keine Kühlkammern mehr in den Krankenhäusern gab.
Ein ähnliches, wenn auch etwas weniger dramatisches, Bild in Österreich. Allein im Juni starben 395 Menschen an den Folgen der Hitzewelle. Die Hitze führte in Wien zu mehreren Tagen über 40 Grad Celsius. Besonders betroffen sind Kinder, Alte und Kranke sowie jene, die sich keine Abkühlung durch Urlaub oder Klimageräte leisten können. Sie dürfen nun nicht alleingelassen werden. Die Zahlen sind eindeutig und dramatisch. Kleinreden und Leugnen verbieten sich, denn die Hitze ist zu einer tödlichen Bedrohung geworden. FJ