Kommentar: Das Aus vom Aus stiftet Unsicherheit
Der im Dezember 2025 vorgestellte EU-Vorschlag zum Verbrenner-Aus schafft weniger Klarheit als erhofft. Anstatt einen verlässlichen Ordnungsrahmen zu setzen, schadet er der Industrie und verunsichert den Markt. Besonders kritisch sind die vorgesehenen Maßnahmen zur Kompensation der letzten zehn Prozent der Emissionsreduktion. Der verstärkte Einsatz von Biofuels, E-Fuels oder Green Steel führt zwangsläufig zu steigenden Produkt- und Betriebskosten. Diese treffen nicht nur die Hersteller, sondern belasten die Verbraucher:innen über die gesamte Fahrzeuglaufzeit hinweg, etwa durch höhere Betankungs- und Wartungskosten. Zudem bleibt der Vorschlag inkonsequent im Umgang mit Hybridfahrzeugen. Hybride Systeme, die gar nicht oder nur zu einem geringeren Teil elektrisch fahren, verursachen in der Praxis hohe Emissionen, da sie eben überwiegend auf den Verbrennungsmotor setzen. Ihre weitere Zulassung ist daher eine Fehlentscheidung und konterkariert die Klimaziele.
Positiv zu bewerten ist die geplante Flottenregelung für große Unternehmen. Sie birgt erhebliches Potenzial für den Fahrzeugabsatz und ermöglicht vielen Nutzer:innen erstmals einen realistischen Zugang zur Elektromobilität. In den nächsten zwei bis fünf Jahren müssen klare Impulse gesetzt werden, um europäische Kund:innen nachhaltig zum Umstieg auf batterieelektrische Fahrzeuge zu bewegen. Andernfalls drohen der Industrie Investitionen in Technologien, die in fünf bis zehn Jahren kaum noch nachgefragt werden – trotz erheblicher Vorleistungen der europäischen Fahrzeughersteller und zusätzlicher Investitionen seit dem Schock durch Chinas Elektrofahrzeug-Boom.
