Editorial: Umbau jetzt!

Vermutlich geht es Ihnen nach dem Sommer 2026 ähnlich und es beschleicht Sie das Gefühl: Es wird knapp. Diese Art von Trockenheit, bei der zahlreiche Wasserkraftwerke im Land abgeschaltet werden mussten und die Nutzpflanzen auf dem Feld verdorrten, kombiniert mit erstmals mehreren Tagen über den bislang in der Messgeschichte nur einmal erreichten 40 Grad Celsius, trifft wie ein Schlag. Vielen ging es bei dieser Hitze auch körperlich nicht mehr gut.

Unerwartet kam dies allerdings nicht. Bereits der erste IPCC-Bericht aus dem Jahr 1990 gab in Bezug auf die Zunahme des CO2-Ausstoßes und den damit einhergehenden Anstieg der welt­weiten Durchschnittstemperatur einen Wahrscheinlichkeitskorridor an, auf dem wir uns seitdem punktgenau bewegen. Folgen wir dieser Linie in die prognostizierte Zukunft, dann endet sie in der Katastrophe.

Deshalb muss jetzt endlich ein tiefgreifender Umbau her. Unsere Art zu wirtschaften muss an die planetaren Grenzen angepasst werden. Dafür braucht es eine planende Wirtschaftspolitik, die nicht nur umweltpolitische Ziele setzt, sondern auch dafür sorgt, dass die nötigen Infrastrukturen und Produktionskapazitäten entstehen, um diese Ziele zu erreichen. In Österreich und Europa. All dies kann nicht den Kräften des Marktes überlassen werden, denn sie haben uns auf den Pfad in die Klimakrise geschickt. Es muss jetzt eine Wirtschaftsdemokratie umgesetzt werden, in der die Menschen gehört werden und die Umwelt geschützt wird.