Wirtschaft & Umwelt - Zeitschrift für Umweltpolitik und Nachhaltigkeit

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Vererbte Ungleichheit in Österreich


Gerechtigkeit
Das Leben fühlt sich manchmal wie eine Lotterie an: Einige wenige haben Glück und erben Millionen, während viele andere gar nichts oder sogar Schulden erben. Österreich ist eines der wenigen Länder in Europa, die dieser Geburtslotterie keine Schranken setzen und Familiendynastien riesige steuerfreie Erbschaften ermöglichen. Gerade in Zeiten knapper Budgets wäre ein Steuerbeitrag von Millionenerben deshalb besonders geboten.  

Österreich hat heute die höchste Vermögensungleichheit in Europa und zugleich fast die niedrigste Besteuerung von Vermögen. Eine Steuer auf hohe Erbschaften, wie sie von vielen Organisationen und Expert:innen in Österreich vorgeschlagen wird, würde diese Ungerechtigkeit zumindest mildern. Eine solche Steuer würde nur das reichste eine Prozent der Erb:innen treffen, denn in den derzeit diskutierten Erbschaftssteuer-Vorschlägen ist ein Freibetrag von einer Million Euro vorgesehen (pro Person wohlgemerkt, nicht pro Erbschaft!). Durch den hohen Freibetrag und zusätzliche Ausnahmen für Betriebsübergaben müsste sich niemand um das geerbte Eigenheim oder den Familienbetrieb sorgen. Im Gegenteil: Die Steuereinnahmen könnten etwa ins Pflegesystem fließen, das allen zugutekommt.

Die Erbschaftssteuer ist ein wichtiges Instrument, um den Sozialstaat und den ökologischen Umbau und damit eine solidarische und gerechte Gesellschaft finanzieren zu können. Die immense Vermögenskonzentration, die sich in den nächsten Jahren wohl noch verstärken wird, wird zunehmend zur Zerreißprobe für die Gesellschaft. Ein Lösungsansatz ist simpel: Menschen mit großem Reichtum müssten von ihrem ererbten „Glück“ nur etwas abgeben. FJ