Atmosphäre: Das WUM-o-meter

wumometer_bg.jpg

Billiganbieter als Republikerpresser

Ryanair-Chef Michael O’Leary versucht sich als Trump-Imitator. Kanzler und Verkehrsminister tituliert er „Sleepy Stocker“ und „Hopeless Hanke“, als er ihnen ein Ultimatum zum Ende der Flugverkehrsabgabe stellt. Würden die beiden spuren, gäbe es Investitionen, bis der Flughafen Wien „abgeht wie eine Rakete“. Versprechen so windig wie ein Düsentriebwerk. Pleiten anderer Billiganbieter wie Spirit Airlines oder den Krieg im Nahen Osten ignoriert er, denn O’Leary ist, wie sein Vorbild Trump, kein Freund der Realität. FJ

Atomare Zukunftstechnologie

Den zynischsten Beitrag zum vierzigsten Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl steuerte der Radiochemiker Georg Stein­hauser bei. Er bezeichnete die Atomkraft, wie sie derzeit betrieben wird, als „unfassbar sicher“ und stellte Photovoltaik als Hochrisiko-Technologie dar, bei deren Installation „beliebig viele Menschen vom Dach fallen“. Dass es aber weder ein Atommüll-Endlager noch die viel gepriesenen modularen Mini-AKWs im Betrieb gibt, musste auch er eingestehen. HH

Unterschätzte Gefahr

Die sogenannten Ewigkeitschemikalien PFAS schaden Mensch und Umwelt. Sie können im menschlichen Körper die Blut-Hirn-Schranke überwinden, und Studien aus Italien lieferten erste Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen PFAS-Konzentration und Alzheimer. Auch wenn es sicherlich noch weiterer Forschung zu den Gefahren bedarf, hätte das Europäische Parlament nun die Möglichkeit ergreifen sollen, um die PFAS im Zuge des „Chemie-Omnibusses“ in der EU zu verbieten. Diese Chance wurde leider verpasst. SI

AKW Dukovany for ever

Die AKWs des 20. Jahrhunderts waren ursprünglich auf eine Laufzeit von circa 30 Jahren ausgelegt. Die 50 Kilometer nördlich der österreichischen Grenze befindlichen Reaktoren im tschechischen Dukovany sollen nun jedoch für 80 Jahre am Netz bleiben. Der Betrieb dieser veralteten Atommeiler bietet ein doppeltes Geschäft: 1. Der Strom wird in längst abgeschriebenen Anlagen billig erzeugt. 2. Man kann das teure Abwracken (etwa so kostspielig wie der Bau) weiter in die Zukunft verschieben. HH

VfGH hebt Solaranlagen-Verbot auf

Kennen Sie das Lied: „St. Pölten – wie schön sind deine Dachschindeln“? Wäre eine Überraschung, denn den Song gibt es gar nicht. Dachbedeckungen der niederösterreichischen Hauptstadt wurden nie besungen und dennoch sollten sie vor PV-Anlagen ästhetisch geschützt werden. Ein Verfassungsgerichtsurteil hob diesen Gebäudeschutz nun auf, da Solarpaneele für den Ausbau der Erneuerbaren wichtig sind. Zudem werden sie designtechnisch laufend überarbeitet. Deshalb wird man bald singen: „St. Pölten, wie strahlen deine PVs im Sonnenschein.“ FJ